Hier erhalten Sie Fachinformationen rund um das Thema Gesundheitstraining. In regelmäßigen Abständen stelle Ich Ihnen Neues zu sportwissenschaftlichen und sportmedizinischen Themen, aktuelle Fachartikel und Ergebnisse interessanter Studien vor.
Regelmäßige körperliche Aktivität im Alltag und in der Freizeit wird schon seit längerem als effektive Präventivmaßnahme anerkannt. Einem Großteil der Bevölkerung ist heute durchaus bewusst, dass gezieltes Ausdauertraining ein geeignetes Mittel ist, um chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und des Stoffwechsels vorzubeugen. Weniger bekannt ist, dass zur Sicherung der Lebensqualität im Alter, insbesondere im Hinblick auf die eigenständige Gestaltung des Alltags ohne erhöhtes Sturzrisiko, zusätzlich ein kompetent angeleitetes, komplexes Kraft- und Koordinationstraining (neuromuskuläres Training) empfehlenswert ist. Dieses zielt darauf ab, degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates vorzubeugen, die Koordination zu fördern und das Sturzrisiko zu reduzieren.
Wodurch zeichnet sich ein neuromuskuläres Trainingsprogramm denn aus?

Es ist belegt, dass es mit zunehmendem Alter zu einer fortschreitenden Denervierung der Muskulatur kommt. Genauer gesagt, verlieren mehr und mehr Muskelfasern ihre Versorgung durch Nerven, was unter anderem einen Abbau von Muskelmasse nach sich zieht. Dieser Sachverhalt verlangt ein Training, dass speziell auf die nervliche Versorgung der Muskulatur abzielt. Ein solches Trainingsprogramm umfasst beispielsweise Übungen mit hohem Widerstand und wenigen Wiederholungen; auch kommen explosive Bewegungen und komplexe Gleichgewichts- und Reaktionsübungen zum Einsatz.
Verwendete Literatur:- Krafttraining für Senioren. In: Trainer, Ausgabe 3/2005
- Altern und körperliche Aktivität. In: Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe 12/2004
- Herzerkrankungen (-43 %)
- Bluthochdruck (-28 %)
- Diabetes Typ 2 (-81 %)
- Allergie/Asthma (-36 %)
- Infekt der Atemorgane (-53 %)
laut einer Metaanalyse des Zentrums für Gesundheit der Deutschen
Sporthochschule Köln (www.zfg-koeln.de)
Lebensstil kann das Erkrankungs-Risiko erheblich reduzieren
Das Krankheitsbild des Diabetes mellitus Typ 2 (im Folgenden: DM 2) hat in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland und anderen westlichen Ländern dramatisch zugenommen. Die Folgen der Zuckerkrankheit können sehr schwerwiegend sein: 75% der Typ-2-Diabetiker sterben an Komplikationen der koronaren Herzkrankheit. Hinzu kommt ein stark erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, Amputationen, Augen-, Nieren- und Nervenschäden.
Bei der Entstehung von DM 2 haben die Gene einen wesentlich geringeren Einfluss als die Lebensweise. Ein Mensch, dessen Vater oder Mutter Diabetiker ist, hat ein um 40 % erhöhtes Risiko, selbst zuckerkrank zu werden. Allerdings: Lebensstilfaktoren können diese Gefahr enorm reduzieren. Dies haben neue Analysen ergeben.
Die "Nurses Health Study" (eine umfangreiche medizinische Langzeitstudie)
hatte durch jahrzehntelange Beobachtungen ergeben, dass 85 Prozent des
Diabetes-Risikos auf Faktoren des Lebensstils zurückzuführen sind. Eine neue
Analyse jener Studie sowie eine weitere Untersuchung aus Finnland zeigten:
Wer sich an 4 bestimmte Punkte hält, kann die Gefahr, an DM 2 zu erkranken,
um 90 % senken - auch bei genetischer Prädisposition sowie bei bereits
gestörter Glukose-Toleranz.
Die 4 Punkte sind:
- bei Übergewicht Gewichtsverlust um mehr als 5 %
- Verhindern von abermaliger Gewichtszunahme
- fettarme und ballaststoffreiche Ernährung
- mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche
Entscheidend für die optimale gesundheitliche Wirkung von Sport und Bewegung ist die korrekte Auswahl der Bewegungsform sowie deren individuelle Dosierung. Nicht jede Form von körperlicher Aktivität hat automatisch positive Auswirkungen auf das Krankheitsbild des DM 2. Unrealistische Ziele, zu hohe Intensität und eine zu schnelle Steigerung der Trainingsbelastung sind Fehler, die zwangsläufig zu Überforderung und Resignation führen. Die Empfehlungen, die basierend auf der aktuellen Studienlage gegeben werden, sind folgende:
- Für das Ausdauertraining gelten 150 Minuten bei moderater Intensität (40-60 % der maximalen Leistungsfähigkeit) als optimal
- Das Krafttraining (dessen therapeutischer Nutzen sich als ebenso hoch wie der des Ausdauertrainings erwiesen hat) sollte dreimal pro Woche unter Einbeziehung aller großen Muskelgruppen durchgeführt werden
Nur durch eine professionelle Beratung und Anleitung sichern Sie sich den vollen gesundheitlichen Nutzen von Sport und körperlicher Aktivität. Sie lernen die für Sie angemessenen Bewegungsformen und Intensitäten kennen und können dadurch der Entstehung von DM 2 vorbeugen sowie dessen Fortschreiten effektiv verhindern.
Verwendete Literatur:
- Schagerl, G.: Diabetes fit. Mit Bewegung besser leben. 2006.
- König, D. et al.: Bewegungstherapie bei Diabetes mellitus Typ 2 - metabolische Grundlagen und evidenzbasierte Empfehlungen. In: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Nr. 10, 2006.
- Richter, C.: Lebensstil kann Diabetes verhindern. In: Die Presse, Ausgabe vom 02.04.2007.
